Wirsing-Walnuss-Taschen

Wirsing als Gemüse schmeckt nach Herbst. Verbunden mit irgendetwas Cremigem immer lecker, und wie hier, gefüllt und mit Walnüssen nochmal mehr jahreszeitbezogen. Am liebsten mag ich dazu knuspriges Baguette. Weil Baguette eigentlich immer passt…

6 große Blätter Wirsing

50 g gehackte Walnusskerne

1 Zwiebel

150 g Frischkäse

Feta-Käse und Speckwürfel nach Belieben

2 EL Sahne

Pfeffer, Salz

Ei, Semmelbrösel

Olivenöl zum Anbraten

Die 6 Wirsing-Blätter in Salzwasser blanchieren. Inzwischen die klein geschnittene Zwiebel mit den Speckwürfeln anbraten und abkühlen lassen. Walnüsse mit Frischkäse, Feta, Sahne vermengen und Zwiebel-Speck-Mischung unterheben. Salzen und pfeffern. Anschließend auf die gut abgetropften Wirsing-Blätter geben und zu Päckchen falten. In Ei und Semmelbrösel wenden und in Olivenöl anbraten.

Guten Appetit!

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Schwarz-weiß für Träumer

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Wir alle lieben sie, die Herbstfarben. Das leuchtende Rot, das warme Gelb,  die verschiedenen Violettöne. Und dann die Düfte, von feuchter Erde, von geschnittenen Kräutern aus dem Beet. Heute hatte ich Lust, ein bisschen Herbst ins Haus zu holen. Alles, was mir in unserem mäßig gepflegten Naturgarten vor die Füße fiel. Gerne würde ich sagen, ich liebe die Gartenarbeit, sie hilft mir beim Abschalten und Entspannen. Sie macht den Kopf frei… In Wahrheit ist es nur selten so. Ich entspanne besser bei einem Glas Wein und einem Buch 😉

Was ich allerdings liebe, sind selbst zusammengesteckte Sträuße. Mitbringselsträuße wie dieser. Als lebendiger Strauß in bunt, virtuell in schwarz-weiß. Für Träumer…

Verlinkt bei Friday Flowerday 40/17

Septemberstimmung

IMG_1188.JPGDer September mit dem Ende der Sommerferien, dem Urlaub und dem Beginn des Herbstes bringt für mich immer eine besondere Stimmung mit sich. Die Gedanken an Frostnächte und Nebeltage, an Spinnweben und Herbstregen. Abschiedsstimmung von Sommer und Hitze, von Flipflops und Strohhüten. Von Sommerleichtigkeit.

Und dann sind da die Stunden in der Spätsommersonne, die abgemähten Felder und der Duft nach lehmigem Boden. Die immer bunter werdende Welt, das Herbstrascheln abgeworfener Blätter, die letzten Stunden auf dem Liegestuhl. Und alles bekommt  einen besonderen Zauber, ein Zauber der Vergänglichkeit. Als wäre es ein Erinnern an die eigene Endlichkeit und ein Wachrütteln, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Sich bewusst sein, über die Veränderung, die Zeit und die Bedeutung des Augenblicks…

Verlinkt bei Birgitt und ihrer wunderschönen Collagen-Sammlung

 

Zurück zu den Wurzeln

Ein Gericht ganz ohne Schnörkel, ohne besonderen Glanz. Mit Kraut serviert, ein Herbstgericht. Minimalismus in den Zutaten: Kartoffeln, Mehl und Eier. Ein Teig; dann geformt, gekocht.

Ein einfaches, bäuerliches Gericht. Früher vermutlich ein Gericht aus dem eigenen Garten, weit entfernt von Exotik. Ein Slow-Food- Gericht, denn Zeit braucht man. Zeit um zu kochen und sich zu erden. Für mich besteht die Herausforderung genau darin: sich Zeit zu nehmen: zu kochen, zu schälen, einen Teig herzustellen, zu formen, wieder zu kochen und zum Schluss noch anzubraten. Eine Abkehr von beruflichen Alltagsgedanken und Rückkehr zu den grundlegenden Dingen. Kochen, wie viele Generationen vor mir in unserer Gegend. In chaotischen, fordernden Zeiten ist es Therapie und Genuss zugleich…

Zutaten für die Schupfnudeln:

  • 500 g gekochte Kartoffeln
  • 500 g Mehl
  • 1 Ei
  • Muskat, Salz

 

  • Zwiebeln und Speck
  • Sauerkraut

Gekochte Schupfnudeln mit Zwiebeln und Speck anbraten und mit Sauerkraut servieren.

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Erinnerung an den Sommer

Welch schöne Idee, das Wochenende mit Blumen zu begrüßen! Ganz zufällig – wie es mir hier immer geht – habe ich hier den „Friday Flowerday“ gefunden und mit Blick auf meine letzte Sonnenblume beschlossen, das zarte Blümchen zu präsentieren. Gewiss, es gibt schönere, edlere und fantasievollere Sträuße, aber manchmal sind es ja auch die kleinen, einfachen Dinge. Eine einzelne, schon etwas verwelkte Blume in einer alten Vase, eine letzte noch blühende Rose an einem alten Strauch; oder eine Sonnenblume in Omas altem Einmachtopf, die von Sommer und Wärme erzählt…

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Kulinarischer Herbst…

…und ein Hauch Frankreich. Wenn man eine Quiche-Form braucht, ist schon alles gesagt. Und wenn im Rezept verheißungsvoll von „einfach“ gesprochen wird, dann ist mein Eifer entfacht. Ich habe es probiert, angeregt durch die wundervolle Beschreibung des Rezeptes im DieZeit Magazin „Die Transformation der Zwiebel“.

Ich habe die Transformation gewagt, leicht abgeändert, mit vielen Tränen und wenig Geduld. Aber es ist gelungen. Nebenbei – ein Rezept bei dem ein kleiner Teil des Weines schon zum Kochen gebraucht wird, ist ein gutes Rezept, oder?

Teig: 250 g Mehl, 120 ml Olivenöl, 1 Tl Salz, 90 ml Wasser.

Belag: 4 große Gemüsezwiebeln, 40 g Butter, Salz, Pfeffer, 100 ml Weißwein, 2 Thymianzweige, Kräuter der Provence

Zubereitung:

Den Mürbteig herstellen. Die Zwiebeln schälen und fein hobeln. Anschließend in Butter anschwitzen und leicht bräunen lassen. Mit Salz, Pfeffer, Kräutern würzen und in Weißwein 30 min garen.  Backofen auf 180 Grad vorheizen. Den Teig in die Form geben, mit Zwiebeln bedecken und 30 min backen. Dazu schmeckt… Na ja, ihr wisst schon…

 

Gedanken, die mich nicht loslassen

Immer häufiger beschäftige ich mich – ob beruflich oder privat – mit den Einflüssen der Medien auf uns Menschen. Ich schwanke zwischen der Neugier und Faszination dafür und den Bedenken dagegen. Schon eine Medienkritik innerhalb eines Mediums zu formulieren, zeigt die Schwierigkeit, in der wir leben. Segen und Fluch, vermutlich. Und wie immer beides zugleich. Ganz deutlich wurde mir ein kurzer Denkanstoß Roberto Simanowskis (im Gespräch mit Barbara Bleisch, Sternstunde Philosophie) und eines interessanten Artikels von Mikaela Rossman Clark über The Pictures I Didn`t Take.

Auch ich liebe es, Fotos zu machen, am liebsten schnelle Snapshots ohne große Vorbereitung. Und nun spricht jemand davon, dass wir die Wirklichkeit mehr ablichten als erleben. Dass ein schnelles Foto genüge, um weiter zu gehen. Er spricht davon, wie früher fotografiert wurde und ich erinnere mich an meinen Großvater, der sich ewig Zeit nahm, um ein Foto zu machen. Und es anschließend selbst entwickelte. Unzählige Landschaftsbilder und jedes sorgfältig ausgewählt. Oder Fotoalben, die entstanden, Schritt für Schritt, sorgfältig geklebt und mit Texten versehen. Ich nehme mir die Zeit dafür nur noch selten. Vielleicht, weil es zu viele Bilder sind, zu einfach zu speichern, posten und liken zu lassen. Und dann das nächste zu erstellen, weil schon wieder das Neue lockt.

Und auf der anderen Seite die Faszination und Freude daran. Die abgelichtete Wirklichkeit in allen Formen darstellen und verändern zu können. Ohne Aufwand etwas festhalten können. Auch, Bilder zeigen zu können, direkt und ohne zu warten.

Was bleibt ist die Nachdenklichkeit. Die Gedanken darüber, was passiert innerhalb unsere Medienpräsenz. Mit uns und unserer Wahrnehmung von Wirklichkeit. Mit den kurzen Augenblicken des Lebens.

 

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Spätsommer im Haus

Als  ich heute durch den Garten ging, war mir auf einmal deutlich, dass sich der Sommer verabschiedet. Es riecht nach Herbst, die Luft wird nachts wieder kühler, die Felder sind leer. Eine besondere Zeit, der Beginn des Herbsts. Er lehrt uns Loslassen und Abschied nehmen. Vielleicht mit jedem Lebensjahr etwas mehr. Und doch verwöhnt er uns mit warmem Sonnenlicht, tiefen Farben und jeder Menge Köstlichkeiten. Wie schön, ein bisschen davon mit ins Haus nehmen zu können.IMG_0070

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Spiegel unserer Selbst

„In Wirklichkeit ist jeder Leser, wenn er liest, ein Leser nur seiner selbst. Das Werk des Schriftstellers ist dabei lediglich eine Art von optischem Instrument, das der Autor dem Leser reicht, damit dieser erkennen möge, was er in sich selbst sonst vielleicht nicht hätte erschauen können. Dass der Leser das, was das Buch aussagt, in sich selber erkennt, ist der Beweis für die Wahrheit ebendieses Buches.“

aus: Alain des Botton. Wie Proust Ihr Leben verändern kann.

Kunst wirkt berührend und es bringt uns zum Nachdenken. Es ist spannend zu hinterfragen, warum uns bestimmte Bücher gefallen und andere nicht. Warum wir bestimmte Formen von Kunst mögen und andere nicht. Und wenn wir es anderen erklären sollen, ist es vielleicht gar nicht so einfach. Lassen wir die Erklärungen beiseite. Lassen wir uns berühren und erfahren ein Stück mehr von uns selbst.

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