Schwarz-weiß für Träumer

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Wir alle lieben sie, die Herbstfarben. Das leuchtende Rot, das warme Gelb,  die verschiedenen Violettöne. Und dann die Düfte, von feuchter Erde, von geschnittenen Kräutern aus dem Beet. Heute hatte ich Lust, ein bisschen Herbst ins Haus zu holen. Alles, was mir in unserem mäßig gepflegten Naturgarten vor die Füße fiel. Gerne würde ich sagen, ich liebe die Gartenarbeit, sie hilft mir beim Abschalten und Entspannen. Sie macht den Kopf frei… In Wahrheit ist es nur selten so. Ich entspanne besser bei einem Glas Wein und einem Buch 😉

Was ich allerdings liebe, sind selbst zusammengesteckte Sträuße. Mitbringselsträuße wie dieser. Als lebendiger Strauß in bunt, virtuell in schwarz-weiß. Für Träumer…

Verlinkt bei Friday Flowerday 40/17

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Septemberstimmung

IMG_1188.JPGDer September mit dem Ende der Sommerferien, dem Urlaub und dem Beginn des Herbstes bringt für mich immer eine besondere Stimmung mit sich. Die Gedanken an Frostnächte und Nebeltage, an Spinnweben und Herbstregen. Abschiedsstimmung von Sommer und Hitze, von Flipflops und Strohhüten. Von Sommerleichtigkeit.

Und dann sind da die Stunden in der Spätsommersonne, die abgemähten Felder und der Duft nach lehmigem Boden. Die immer bunter werdende Welt, das Herbstrascheln abgeworfener Blätter, die letzten Stunden auf dem Liegestuhl. Und alles bekommt  einen besonderen Zauber, ein Zauber der Vergänglichkeit. Als wäre es ein Erinnern an die eigene Endlichkeit und ein Wachrütteln, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Sich bewusst sein, über die Veränderung, die Zeit und die Bedeutung des Augenblicks…

Verlinkt bei Birgitt und ihrer wunderschönen Collagen-Sammlung

 

Erinnerung an den Sommer

Welch schöne Idee, das Wochenende mit Blumen zu begrüßen! Ganz zufällig – wie es mir hier immer geht – habe ich hier den „Friday Flowerday“ gefunden und mit Blick auf meine letzte Sonnenblume beschlossen, das zarte Blümchen zu präsentieren. Gewiss, es gibt schönere, edlere und fantasievollere Sträuße, aber manchmal sind es ja auch die kleinen, einfachen Dinge. Eine einzelne, schon etwas verwelkte Blume in einer alten Vase, eine letzte noch blühende Rose an einem alten Strauch; oder eine Sonnenblume in Omas altem Einmachtopf, die von Sommer und Wärme erzählt…

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Gedanken, die mich nicht loslassen

Immer häufiger beschäftige ich mich – ob beruflich oder privat – mit den Einflüssen der Medien auf uns Menschen. Ich schwanke zwischen der Neugier und Faszination dafür und den Bedenken dagegen. Schon eine Medienkritik innerhalb eines Mediums zu formulieren, zeigt die Schwierigkeit, in der wir leben. Segen und Fluch, vermutlich. Und wie immer beides zugleich. Ganz deutlich wurde mir ein kurzer Denkanstoß Roberto Simanowskis (im Gespräch mit Barbara Bleisch, Sternstunde Philosophie) und eines interessanten Artikels von Mikaela Rossman Clark über The Pictures I Didn`t Take.

Auch ich liebe es, Fotos zu machen, am liebsten schnelle Snapshots ohne große Vorbereitung. Und nun spricht jemand davon, dass wir die Wirklichkeit mehr ablichten als erleben. Dass ein schnelles Foto genüge, um weiter zu gehen. Er spricht davon, wie früher fotografiert wurde und ich erinnere mich an meinen Großvater, der sich ewig Zeit nahm, um ein Foto zu machen. Und es anschließend selbst entwickelte. Unzählige Landschaftsbilder und jedes sorgfältig ausgewählt. Oder Fotoalben, die entstanden, Schritt für Schritt, sorgfältig geklebt und mit Texten versehen. Ich nehme mir die Zeit dafür nur noch selten. Vielleicht, weil es zu viele Bilder sind, zu einfach zu speichern, posten und liken zu lassen. Und dann das nächste zu erstellen, weil schon wieder das Neue lockt.

Und auf der anderen Seite die Faszination und Freude daran. Die abgelichtete Wirklichkeit in allen Formen darstellen und verändern zu können. Ohne Aufwand etwas festhalten können. Auch, Bilder zeigen zu können, direkt und ohne zu warten.

Was bleibt ist die Nachdenklichkeit. Die Gedanken darüber, was passiert innerhalb unsere Medienpräsenz. Mit uns und unserer Wahrnehmung von Wirklichkeit. Mit den kurzen Augenblicken des Lebens.

 

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Spätsommer im Haus

Als  ich heute durch den Garten ging, war mir auf einmal deutlich, dass sich der Sommer verabschiedet. Es riecht nach Herbst, die Luft wird nachts wieder kühler, die Felder sind leer. Eine besondere Zeit, der Beginn des Herbsts. Er lehrt uns Loslassen und Abschied nehmen. Vielleicht mit jedem Lebensjahr etwas mehr. Und doch verwöhnt er uns mit warmem Sonnenlicht, tiefen Farben und jeder Menge Köstlichkeiten. Wie schön, ein bisschen davon mit ins Haus nehmen zu können.IMG_0070

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Spiegel unserer Selbst

„In Wirklichkeit ist jeder Leser, wenn er liest, ein Leser nur seiner selbst. Das Werk des Schriftstellers ist dabei lediglich eine Art von optischem Instrument, das der Autor dem Leser reicht, damit dieser erkennen möge, was er in sich selbst sonst vielleicht nicht hätte erschauen können. Dass der Leser das, was das Buch aussagt, in sich selber erkennt, ist der Beweis für die Wahrheit ebendieses Buches.“

aus: Alain des Botton. Wie Proust Ihr Leben verändern kann.

Kunst wirkt berührend und es bringt uns zum Nachdenken. Es ist spannend zu hinterfragen, warum uns bestimmte Bücher gefallen und andere nicht. Warum wir bestimmte Formen von Kunst mögen und andere nicht. Und wenn wir es anderen erklären sollen, ist es vielleicht gar nicht so einfach. Lassen wir die Erklärungen beiseite. Lassen wir uns berühren und erfahren ein Stück mehr von uns selbst.

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Mein Juli

Bei Birgitt bin ich zufällig auf die Monatscollagen gestoßen und ich fand die Idee so schön, dass ich mir Zeit genommen habe, über diesen sonnig-gewittrigen Sommermonat Juli nachzudenken. Manchmal fühle ich mich so gehetzt vom Alltag, dass die Zeit zu reflektieren fehlt und mich plötzlich der Gedanke „schon wieder ein Monat vorbei“ überfällt.

Und wenn ich dann rückblickend sehe, wieviel Sonnenschein sich in dem immer wieder auch wolkigen Lebensmonat verbirgt, dann bin ich sehr dankbar über die Möglichkeit, an schönen Orten Kaffee zu trinken, einen wundervollen Beruf zu haben, Zeit zu haben um zu lesen, in die Natur zu gehen und Dinge zu tun, die mir Freude bereiten – umgeben von verschiedensten wundervollen Menschen, die das Leben so bunt machen.

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Ohne Verlangen

IMG_9500.JPGEs gibt Bücher, die fallen einem einfach zu. Ich habe weder danach gesucht, noch jemals davon gehört. Es war ein Nachmittag mit ein bisschen Zeit und ein bisschen Melancholie. Klein und unscheinbar in Weiß, zwischen den bunten, großen Büchern fiel plötzlich mein Blick darauf. Motomenai – ohne Verlangen. Und ich nahm es heraus, bestellte Kaffee und las hinein. Alles ist ein bisschen anders in diesem Buch. Und es gibt wenig zu lesen, wenig Worte und viel Leere. Zunächst war ich irritiert, bis sich die Leere der Buchseiten mit meinen Gedanken füllte. Mit leisen, langsamen Gedanken. Mit einem ruhigen Gefühl. Mit einem geschärften Blick. Mit Ruhe.

„Ohne Verlangen – so merkst du, dass du in diesem Augenblick schon genug hast.“

Worte, die mich berühren. Die nicht zum Weiterlesen drängen, sondern zum Innehalten. Das Buch zu schließen und die Augen. Und genau das zu spüren.

aus: Shozo Kajima. Motomenai – Ohne Verlangen. 2. Auflage 2016

Ein Stück von mir…

Ganz unverhofft hatte ich heute die Möglichkeit, an einen Ort zurück zu kehren, den ich länger nicht besucht habe. Meine Studentenstadt, zumindest für einen Teil des Studiums. Es war der Ort, an dem ich die ersten Schritte in die Selbständigkeit tat, das Gefühl hatte, jetzt erwachsen zu sein. Wenn ich heute zurückkehre, dann haben einzelne Orte eine besondere Bedeutung für mich. Sie sind immer noch verbunden mit den Gefühlen von damals und strahlen eine Vertrautheit aus, wie wenige andere. Ich hatte das Gefühl, als wäre ein Stück von mir dort geblieben und beim Schlendern durch die Gassen war es, als würde ich diesem alten Teil von mir begegnen. Und mit einem Lächeln verstand ich plötzlich, wie eine Erfahrung zur nächsten führte. „Das Leben rückwärts verstehen“, davon spricht Kierkegaard. Heute war mir sehr bewusst, was er damit meinte…

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Zauberworte

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Die Gedanken von Viktor Frankl waren mir schon immer sehr nah. Ich beschäftigte mich mit ihm vor Jahren in Fortbildungen und war von Anfang an begeistert von seiner bewundernswert positiven Einstellung zum Leben. Jetzt begegnete er mir in einer Fachzeitschrift wieder und ich erlebte beim Lesen dieselbe Faszination wie damals. Gedanken, mit denen man sich immer mal wieder beschäftigen muss.

„Wir müssen lernen und die verzweifelten Menschen lehren, dass es eigentlich nie und nimmer darauf ankommt, was wir vom Leben noch zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: Was das Leben von uns erwartet.“ (Viktor Frankl)

 

erinnert durch: Gehirn&Geist Nr.08/2017